Die heilige Messe

Um die hl. Messe bewusst und würdig mitfeiern zu können, werden seit dem Pfarrbrief 4/2017 die einzelnen Teile der Messfeier erklärt:

 

Folge 1 aus 4/2017:
„Ohne uns am Sonntag zur Feier der Eucharistie zu versammeln, können wir nicht leben.“ So lautete die Antwort der 49 Märtyrer von Abitene im heutigen Tunesien auf die Frage eines römischen Prokonsuls, warum sie sich dem strengen Befehl des Kaisers Diokletian widersetzt hätten. Dieser hatte im Zuge der größten frühkirchlichen Christenverfolgung unter Todesstrafe verboten, sonntags zur Feier der Eucharistie zusammenzukommen. Im Jahr 304 wurden die Christen von Abitene grausam gefoltert und umgebracht.
Die Märtyrer von Abitene wussten, dass sie auf die Feier der Eucharistie nicht verzichten konnten, wenn sie Christen bleiben wollten. Ohne das Herrenmahl würden ihnen die Kräfte fehlen, um die Herausforderungen des Alltags zu bestehen. Auch heute noch ist die heilige Messe die wichtigste Gottesdienstform. Sie ist „die Quelle und der Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens“, betont das Zweite Vatikanische Konzil. In der Messfeier vergegenwärtigt die Kirche den Tod und die Auferstehung ihres Herrn.

Folge 2 aus 5/2017:
Feier mit vielen NamenÄhnliches Foto
Die heilige Messe ist eine Feier, der schon viele Namen gegeben wurden: „Brechen des Brotes“, Herrenmahl, Eucharistie und Opfer. Die Bezeichnung „Messe“ kommt aus dem Lateinischen, der „Muttersprache“ der römisch-katholischen Kirche. Das lateinische Wort „missa“ bedeutet „Entlassung“ (dazu später mehr in „Abschluss der heiligen Messe“).

Folge 3 aus 6/2017:
Die heilige Messe beginnt mit dem Kreuzzeichen. Aber schon davor ereignen sich wichtige liturgische Elemente. Zunächst zieht der Priester (mit Ministranten) in die Kirche ein. Diese Prozession ist ein Symbol für den Pilgerzug des Volkes Gottes, das auf dem Weg zum ewigen Haus Gottes ist, dem Himmel. Wenn der Priester am Altar angelangt ist, verneigt er sich oder macht eine Kniebeuge. Dann küsst er den Altar. Der Priester verehrt den Altar, weil er ein Sinnbild für Christus ist. An Sonntagen und Hochfesten kann noch eine Ehrenbezeigung hinzukommen: Der Priester beweihräuchert (inzensiert) den Altar. Anschließend geht der Priester zu seinem Sitz. Dieser hat eher einen symbolischen Charakter als einen praktischen Nutzen. Denn der Hauptzelebrant steht meistens während der Eröffnung und des Wortgottesdienstes, des ersten Hauptteils der heiligen Messe. Der Sitz des Vorstehers der heiligen Messe hat die Bedeutung eines Lehrstuhls. Er erinnert daran, dass der Priester beim Wortgottesdienst als Verkünder und Ausleger des Wortes Gottes auftritt.

Folge 4 aus 7/2017:
Im Namen des dreifaltigen Gottes
An seinem Sitz eröffnet der Priester die heilige Messe mit dem Kreuzzeichen im Namen des dreifaltigen Gottes. Er spricht: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Dabei stehen der Priester und die ganze Gemeinde. Das Stehen als eine von drei Haltungen im Gottesdienst (neben dem Sitzen und dem Knien) drückt die Bereitschaft und Hochachtung aus. Die Gemeinde zeigt sich bereit, dem gekreuzigten und auferstandenen Christus im Wortgottesdienst und in der Eucharistiefeier zu begegnen. Sie ehrt ihn, indem sie sich beim Einzug erhebt und während der Eröffnung der heiligen Messe stehen bleibt.

Folge 5 aus 8/2017:
Bei der Eröffnung begrüßt der Priester die versammelte Gemeinde mit den Worten: “Der Herr sei mit euch!“ Das ist ein biblischer Gruß, der die Worte aufgreift, mit denen der Erzengel Gabriel die Jungfrau Maria von Nazareth begrüßte: „Der Herr ist mit dir.“ Bei der Begrüßung breitet der Priester die Hände aus und faltet sie wieder. Die Ausbreitung ähnelt einer Umarmung, mit der der Zelebrant den Feierenden die Gegenwart Christi mitteilen möchte. Die Antwort lautet: “Und mit deinem Geiste“.

Folge 6 aus 9/2017:
Anschließend führt der Priester kurz in den Gottesdienst ein. Er bringt Gedanken über das jeweilige Hochfest, Fest oder den Gedenktag eines Heiligen vor oder spricht Gedanken aus dem Evangelium an. Danach folgt der Bußakt. Bevor die Gemeinde in rechter Weise Eucharistie feiern kann, soll sie ins Reine kommen mit Gott, mit den Mitmenschen und mit sich selbst. Daher bittet sie Gott um Vergebung im Schuldbekenntnis.

Folge 7 aus 10/2017:
Nach dem Schuldbekenntnis folgt das Kyrie. „Kyrie eleison“ ist altgriechisch und heißt auf Deutsch: „Herr, erbarme dich!“ Dieser Ausruf hat seinen Ursprung in der heidnischen Antike. Der Sonnengott, aber auch siegreiche Feldherren und römische Kaiser wurden mit „Kyrie eleison“ angerufen. Die frühen Christen haben den Ruf übernommen und haben damit den auferstandenen Jesus Christus in ihrer Mitte gegrüßt. Das Kyrie hat einen doppelten Charakter. Es ist ein Klage-Ruf, der um Erbarmen bittet, und ein Triumphlied auf den Sieger über den Bösen, die Sünde und den Tod.

Folge 8 aus 11/2017:
„Ehre sei Gott in der Höhe“
Unmittelbar nach dem Kyrie folgt an Sonntagen und Hochfesten das Gloria, ausgenommen in der Fastenzeit und im Advent. Fast immer wird dieser Lobpreis (= Hymnus) gesungen. Er beginnt im Lateinischen mit den Worten: „Gloria in excelsis Deo“ („Ehre sei Gott in der Höhe“). Einige Anrufungen des Gloria stammen zwar aus der heidnischen Antike, dennoch wendet sich das Triumphlied gegen das Heidentum. Denn es ehrt den dreifaltigen Gott als den einzigen Gott („Du allein bist der Heilige“).

Folge 9 aus 12/2017:
Dann folgt das Tagesgebet. Es ist eines von drei Orationen. Orationen sind Gebete, die einen kleineren oder größeren Messteil abschließen (siehe auch Gabengebet und Schlussgebet) und immer gleich aufgebaut sind. Vor der Oration lädt der Priester zum stillen Gebet ein: „Lasset uns beten.“ Nach einer kurzen Pause für das stille Gebet aller Anwesenden spricht der Priester das Gebet. Es beginnt mit einer Anrede an Gott Vater. Dann erinnert es an eine Tat Gottes, die er zum Heil der Menschen vollbracht hat. Die Oration endet mit einer Bitte.

Folge 10 aus 13/2017:
„Tisch des Wortes Gottes“     
Das Tagesgebet schließt die Eröffnung der heiligen Messe ab. Nun folgt der erste Hauptteil der heiligen Messe: der Wortgottesdienst. In diesem Messteil wollen die Gläubigen Christus in den Texten der Heiligen Schrift (Lesungen, Antwortpsalm, Evangelium) begegnen. Christus selbst ist das Wort Gottes. Weil Jesus in den Heiligen Schriften des Alten und Neuen Testaments bleibend  gegenwärtig ist und den Hunger der Menschen nach Wahrheit stillt, hat das Zweite Vatikanische Konzil vom „Tisch des Wortes Gottes“ gesprochen.

Folge 11 aus 14/2017:
Für den Wortgottesdienst ist ein besonderer Platz im Altarraum vorgesehen, ein Lesepult, das „Ambo“ genannt wird. An Sonntagen werden zwei Lesungen vorgetragen, eine Lesung aus dem Alten Testament und eine aus dem Neuen Testament. An Werktagen wird nur eine Lesung aus dem Alten oder Neuen Testament vorgelesen. Der Vorleser (= Lektor) sagt am Ende der Lesung: „Wort des lebendigen Gottes“, die Mitfeiernden antworten: „Dank sei Gott.“

Folge 12 aus 15/2017:
Bis auf den Lektor sitzen bei den Lesungen alle. Das Sitzen drückt hier Aufnahmebereitschaft aus. Es ist vorgesehen, dass ein Gläubiger aus der Gemeinde die Lesungen vorträgt. Als Getaufte sind die Laien berufen, Gottes Wort zu verkünden. Wenn kein Lektor zur Verfügung steht, trägt der Priester selbst die Lesung vor.

Folge 13 aus 16/2017:
Halleluja - Lobet Gott
Nach der (ersten) Lesung wird ein Lied gesungen oder ein Antwortpsalm gebetet. Diesen betet ein Lektor strophenweise vor, wobei die Gläubigen zwischen den Strophen jeweils einen Kehrvers wiederholen. Der Text des Antwortpsalms entstammt dem alttestamentlichen Buch der Psalmen, das 150 Gedichte, Lieder und Gebete umfasst.

Folge 14 aus 17/2017:
Dem Antwortpsalm folgt an Sonntagen und Hochfesten eine zweite Lesung. Als Einstimmung auf das Evangelium stimmt hierauf der Priester oder ein Vorsänger (Kantor) einen Hallelujaruf an. „Halleluja“ ist ein hebräisches Wort und bedeutet „Lobet Gott!“ Demnach ist das „Halleluja“ ein Jubelruf über Gott, zu dem sich alle Gläubigen freudig erheben. Sie bleiben nun stehen für den Rest des Wortgottesdienstes, ausgenommen bei der Predigt. Weil das Halleluja ein Jubelruf ist, verzichtet die Kirche darauf in der österlichen Bußzeit. An die Stelle des Halleluja tritt dann der Ruf: „Lob, Dir, Christus, König und Erlöser!“.

Folge 15 aus 18/2017:
Nun folgt das Evangelium, das von einem Diakon oder, wenn kein Diakon anwesend ist, vom Priester vorgesungen oder vorgelesen wird. Die vier Evangelien bilden den innersten Kern der Heiligen Schrift. Hier spricht Gott am klarsten zu seinem Volk. Die Evangelien berichten davon, was Jesus Christus, der Sohn Gottes, vor 2000 Jahren in Galiläa und Judäa zum Heil der Menschen aller Zeiten und Nationen getan und gesagt hat. Da die Evangelien so unmittelbar wie kein anderer Text über Jesus Christus berichten, werden sie im Gottesdienst besonders geehrt.

Folge 16 aus 19/2017:
- Der Diakon erbittet vom Priester, dem Vorsteher der heiligen Messe, einen besonderen Segen, bevor er das Evangelium verkündet.
- Die Gläubigen hören das Evangelium im Stehen.
- Zu Beginn der Evangelienlesung bezeichnet der vortragende Diakon oder Priester das Evangelienbuch (=Evangeliar) mit dem Kreuzzeichen.
- Anschließend bezeichnen der Vortragende und die Gläubigen sich selbst mit dem Kreuzzeichen.
- An Festtagen ehrt der Diakon oder Priester das Evangeliar mit Weihrauch (= inzensieren), weil es ein Sinnbild für Christus ist.
- Die Gläubigen sprechen oder singen vor dem Evangelium: „Ehre sei dir, o Herr.“
- Nach der Verkündigung des Evangeliums zeigt der Diakon oder Priester das Evangelienbuch der Gemeinde mit den Worten: „Evangelium unseres Herrn Jesus Christus“. Die Gläubigen antworten: „Lob sei dir, Christus.“
- Anschließend küsst der Vortragende das Evangelienbuch.
- Abschließend spricht der Diakon oder Priester leise: „Herr, durch dein Evangelium nimm hinweg unsere Sünden.“

Folge 17 aus 20/2017:
.Abwechslungsreiche Leseordnung
 Die Texte der Lesungen und des Evangeliums werden nicht willkürlich ausgewählt, sondern folgen einer Leseordnung. Die erste Lesung an Sonntagen und Hochfesten aus dem Alten Testament richtet sich inhaltlich nach dem Tagesevangelium, während die zweite neutestamentliche Lesung an den Sonntagen Abschnitt für Abschnitt (mit einigen Auslassungen) gelesen wird. Auch das Evangelium wird über die Sonntage hinweg fortlaufend gelesen.

Folge 18 aus 21/2017:
Damit nicht jedes Jahr die gleichen Texte vorgelesen werden, gibt es die drei Lesejahre A, B und C, für die  jeweils andere Schriftlesungen vorgesehen sind. Die abwechslungsreiche Leseordnung und die Einführung einer zweiten Lesung erfolgten im Zuge der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil.

Folge 19 aus 22/2017:
Nach dem Evangelium folgt die Predigt (= Homilie). Sie soll in erster Linie die Lesungen und das Evangelium deuten und auslegen, die Geheimnisse des Glaubens erläutern und die Richtlinien für ein christliches Leben darlegen. In der Regel hält der Hauptzelebrant die Predigt. Die Gläubigen folgen der Predigt im Sitzen.

Entnommen aus Glaubens-Kompass "Die heilige Messe" von Kirche in Not